Scenic Eclipse II im persönlichen Test

Luxus, Genuss und Entdeckergeist auf einer besonderen Yacht

Wer gerne außergewöhnliche Küsten, Inselwelten und abgelegene Regionen entdeckt, möchte heute häufig nicht mehr zwischen Erlebnis und Komfort wählen müssen. Genau an diesem Punkt setzt die Scenic Eclipse II an. Scenic bezeichnet das Schiff als „Discovery Yacht“, eine Kombination aus kleiner Luxusyacht und technisch leistungsfähigem Expeditionsschiff.

Bevor mein eigentlicher Reisebericht beginnt, deshalb zunächst ein Blick auf das Schiff selbst. Die Scenic Eclipse II wurde 2023 in Dienst gestellt, ist 168 Meter lang und verfügt über 114 Suiten für maximal 228 Gäste. In der Antarktis reisen höchstens 200 Gäste an Bord. Das Verhältnis von Gästen zu Crew liegt nahezu bei 1:1, jede Suite verfügt über Butlerservice und mit Polar Class 6 besitzt die Yacht auch die technischen Voraussetzungen für anspruchsvolle Expeditionsregionen.

Gleichzeitig spielt das Leben an Bord eine ungewöhnlich große Rolle: bis zu zehn kulinarische Erlebnisse, acht Bars und Lounges, ein rund 550 Quadratmeter großer Senses Spa sowie großzügige Innen- und Außenbereiche. Auf geeigneten Reisen kommen Zodiacs, Kajaks, zwei Hubschrauber und das Tauchboot Scenic Neptune II hinzu.

Für mich ist genau diese Kombination interessant: Ein Schiff, auf dem das Entdecken einer Destination im Mittelpunkt stehen kann, ohne dass Genuss, Gastronomie und Rückzugsmöglichkeiten deshalb in den Hintergrund treten müssen.

Der erste Besuch der Scenic Eclipse II in Hamburg

Mein persönlicher Test beginnt an einem Montagabend in Hamburg. Erstmals läuft eine Discovery Yacht von Scenic die Hansestadt an. Die 168 Meter lange Yacht macht in der HafenCity fest und zieht schon bei ihrer Ankunft die Blicke auf sich.

Als ausgewählte Top-Partnerin der Reederei darf ich diesen besonderen Erstanlauf unmittelbar miterleben. Der Abend beginnt mit einer persönlichen Begrüßung im Liberté Hamburg am Fischmarkt. Mit Blick auf die Elbe könnte der Auftakt zu diesen Tagen kaum besser passen. Später am Abend geht es erstmals an Bord.

Dabei befindet sich das Schiff keineswegs im Präsentationsmodus. Die regulären Reisegäste sind an Bord, Restaurants und Bars geöffnet und das ganz normale Bordleben läuft weiter. Gerade das gefällt mir: Ich sehe keine für eine Besichtigung vorbereitete, leere Yacht, sondern erlebe unmittelbar, wie die öffentlichen Bereiche im tatsächlichen Reisebetrieb wirken.

Mein erster Eindruck: Trotz der zahlreichen Gäste fühlt sich das Schiff erstaunlich ruhig, großzügig und entspannt an.

Schiffsbesichtigung mit unseren Gästen

Am Dienstagmorgen kehre ich gemeinsam mit einer kleinen Auswahl an Gästen von Eisexpeditionen.de an Bord zurück. Bei einer ausführlichen Besichtigung lernen sie Suiten, Restaurants, Lounges und Außenbereiche selbst kennen.

Zum Abschluss essen wir gemeinsam im Yacht Club zu Mittag, dem legeren Yachthafenrestaurant des Schiffes. Besonders positiv fällt dabei die Herzlichkeit der Servicemitarbeiter auf. Der Service ist aufmerksam und persönlich, ohne förmlich oder steif zu wirken.

Für mich ist das ein wichtiger Punkt. Hochwertige Materialien und schöne Suiten lassen sich planen. Ob sich ein Schiff tatsächlich herzlich und persönlich anfühlt, entscheidet sich dagegen vor allem durch die Menschen an Bord.

Nach dem Mittagessen verabschieden wir unsere Gäste. Für meinen Mann und mich beginnt nun der eigentliche Praxistest: Koffer auspacken und die Scenic Eclipse II auf der Reise von Hamburg bis Danzig mehrere Tage als ganz normale Gäste erleben.

Zehn unterschiedliche kulinarische Möglichkeiten

Einer der großen Unterschiede zu vielen kleineren Schiffen wird schnell sichtbar: die gastronomische Vielfalt. Für maximal 228 Gäste ist das Angebot außergewöhnlich umfangreich.

Zur Auswahl stehen:

  • Elements – italienische Küche, Steaks und Seafood

  • Chef’s Table @ Elements – exklusives Degustationsmenü für zehn Gäste

  • Koko’s Asian Fusion – moderne asiatische Fusionsküche

  • Sushi & Sake Bar @ Koko’s – Sushi, direkt vor den Gästen zubereitet

  • Night Market @ Koko’s – interaktives Private Dining für acht Gäste

  • Lumière – französisches Fine Dining mit Champagne Bar

  • Azure Bar & Café – legeres All-day-Grazing

  • Yacht Club – Frühstück, Lunch und ausgewählte Themenabende

  • In-Suite Dining – rund um die Uhr in der eigenen Suite

  • Chef’s Garden @ Scenic Épicure – kulinarische Veranstaltungen und Masterclasses

Gerade auf längeren Reisen gefällt mir dieser Ansatz. Man ist nicht jeden Abend auf dasselbe Restaurant angewiesen, sondern kann je nach Stimmung zwischen unkompliziertem Essen und aufwendigem Fine Dining wählen.

Sehr guter Umgang mit Allergien und Unverträglichkeiten

Besonders positiv überrascht mich, wie konsequent an Bord auf Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten eingegangen wird.

Nahezu jede Pasta kann beispielsweise glutenfrei zubereitet werden. Auch in der Patisserie steht täglich eine große Auswahl frisch gebackener glutenfreier Köstlichkeiten bereit. Zusätzlich gibt es unter anderem Mandelmilch, Hafermilch und laktosefreie Alternativen.

Bemerkenswert ist vor allem die Aufmerksamkeit des Servicepersonals. Gerade zu Beginn einer Reise werden Gäste häufig nach ihrer Kabinennummer gefragt. So kann das Team überprüfen, ob Allergien oder Unverträglichkeiten hinterlegt sind und gegebenenfalls noch einmal auf Zutaten hinweisen, die bei einer Bestellung übersehen wurden.

Für Gäste mit besonderen Ernährungsbedürfnissen vermittelt diese Kombination aus großer Auswahl, individueller Zubereitung und aufmerksamer Kontrolle ein hohes Maß an Sicherheit.

Unser erster Abend im Elements

Am ersten Abend entscheiden wir uns für das Elements. Einen klassischen großen Hauptspeisesaal gibt es auf der Scenic Eclipse II nicht. Mit rund 100 Plätzen kommt Elements diesem Konzept noch am nächsten.

Die Küche ist italienisch und international geprägt. Handgemachte Pasta spielt eine wichtige Rolle, daneben stehen Steaks, Fisch und Seafood auf der Karte.

Wir entscheiden uns beim Hauptgang für die Lammkeule. Mindestens ebenso positiv wie das Essen fällt uns erneut der Service auf. Wer mehrere Gerichte probieren möchte, kann sich beispielsweise auch Pasta in kleineren Portionen servieren lassen.

Direkt beim Elements befindet sich außerdem der Chef’s Table. Lediglich zehn Gäste können an diesem besonderen Erlebnis teilnehmen. Serviert wird ein 11-gängiges Degustationsmenü mit passenden Premiumgetränken. Der Executive Chef und sein Team präsentieren die einzelnen Gerichte persönlich und erklären Zutaten und Zubereitungstechniken.

Der Chef’s Table ist „invitation-only“, also ausschließlich auf Einladung zugänglich. Gäste höherer Suitenkategorien werden dabei häufig bevorzugt berücksichtigt.

Was „Ultra Luxury All Inclusive“ an Bord bedeutet

Nach dem Abendessen wechseln wir für einen Drink in die Scenic Lounge. Hier zeigt sich schnell, was Scenic mit „Ultra Luxury All Inclusive“ meint.

Mein Mann schätzt guten Whisky – und aktuell stehen tatsächlich 135 unterschiedliche Sorten zur Auswahl. Sie sind im Reisepreis eingeschlossen. Scenic selbst spricht von mehr als 130 Whiskys allein in der Scenic Lounge.

Hinzu kommen Champagner, Weine, Cocktails und zahlreiche weitere Premiumgetränke.

Natürlich entscheidet die Anzahl unterschiedlicher Whiskys nicht darüber, ob eine Reise gelungen ist. Sie verdeutlicht aber sehr schön das Konzept: An Bord soll möglichst wenig das Gefühl entstehen, ständig darüber nachdenken zu müssen, welche Leistung nun inklusive ist und welche zusätzlich berechnet wird.

Ein Theater, das eher an eine Lounge erinnert

Am nächsten Morgen beginnt unser Programm mit einer Präsentation im Theater.

Auch hier unterscheidet sich die Gestaltung deutlich von vielen klassischen Kreuzfahrtschiffen. Statt enger Sitzreihen erwarten uns großzügige Sessel, die teilweise drehbar oder zurücklehnbar sind. Die Atmosphäre erinnert eher an eine elegante Lounge. Die Gestaltung der Decke vermittelt beinahe den Eindruck eines Sternenhimmels.

Auf Expeditionsreisen übernimmt dieser Raum eine wichtige Funktion. Hier finden Vorträge, Briefings und Präsentationen des Discovery Teams statt.

Wer sich einmal in die eigene Suite zurückziehen möchte, kann entsprechende Inhalte bei Bedarf auch von dort verfolgen.

Hinter den Kulissen mit Tom Goetter

Einer meiner spannendsten Termine an Bord folgt anschließend. Tom Goetter, Vice President Hotel Operations Ocean bei Scenic, nimmt uns persönlich mit hinter die Kulissen und führt uns durch die Galley.

Bis zu zehn unterschiedliche Möglichkeiten zum Speisen bedeuten auf einem Schiff dieser Größe eine enorme logistische Leistung. Die Küche ist nach verschiedenen Restaurantkonzepten und Produktionsbereichen organisiert, während parallel Gerichte für vollkommen unterschiedliche gastronomische Angebote entstehen.

Mindestens genauso interessant wie die Abläufe in der Galley finde ich jedoch Toms Verhältnis zu den Mitarbeitern.

Er erzählt uns, dass er die rund 900 Crewmitglieder der Hochseeflotte persönlich kennt. Zunächst klingt das fast unglaublich. Während unseres Rundgangs stellen wir jedoch fest, dass es tatsächlich so zu sein scheint.

Er spricht Mitarbeiter mit Namen an, kennt persönliche Geschichten, scherzt mit ihnen und erkundigt sich nach Dingen, über die sie zuvor gesprochen haben.

Die Atmosphäre wirkt ausgesprochen herzlich und selbstverständlich. Zeitweise könnte man beinahe vergessen, dass wir uns mitten in der hochprofessionellen Großküche einer Luxusyacht befinden.

Für mich sagt diese Begegnung viel über die Kultur aus, die an Bord gelebt wird.

Frisches Gelato statt industrieller Eiscreme

Während unserer Galleytour entdecken wir ein kleines Detail, das mir besonders in Erinnerung bleibt: Das Gelato wird frisch an Bord hergestellt.

Industriell produzierte Eiscreme ist häufig darauf ausgelegt, lange gelagert und transportiert werden zu können. Je nach Produkt kommen deshalb beispielsweise Stabilisatoren und Emulgatoren zum Einsatz, um Konsistenz und Schmelzverhalten über längere Zeit möglichst gleichmäßig zu halten.

An Bord verfolgt man einen anderen Ansatz. Das Gelato wird in kleinen Mengen frisch produziert und nach der Erklärung während unserer Galleytour lediglich ein bis zwei Tage aufbewahrt.

Typischerweise enthält Gelato zudem weniger Fett und wird mit weniger Luft aufgeschlagen als klassische Eiscreme. Das Ergebnis ist die charakteristisch dichte und cremige Konsistenz mit intensivem Geschmack.

Es ist eine Kleinigkeit – und gleichzeitig ein schönes Beispiel dafür, wie sehr sich Qualitätsanspruch manchmal gerade an vermeintlich nebensächlichen Details zeigt.

Zeit für den Senses Spa

Nach unserem ausführlichen Blick hinter die Kulissen ist es Zeit für Entspannung. Ich gönne mir eine Massage im Senses Spa.

Mit mehr als 550 Quadratmetern ist der Wellnessbereich für ein Schiff mit maximal 228 Gästen ausgesprochen großzügig dimensioniert.

Zum Angebot gehören unter anderem Saunen, Dampfbäder, Infrarotbereiche, Salztherapie und ein Indoor-Therapiepool. Hinzu kommen Fitnessbereiche sowie ein Yoga- und Pilates-Studio.

Die Thermalbereiche stehen den Gästen zur Verfügung. Individuelle Anwendungen wie Massagen werden separat berechnet.

Meine Massage ist hervorragend. Besonders angenehm empfinde ich, dass es anschließend keinerlei Verkaufsdruck für zusätzliche Produkte oder Behandlungen gibt. Stattdessen bleibt genau das Gefühl zurück, das man sich von einem Spa wünscht: Ruhe und Entspannung.

Azure und Yacht Club – unsere Favoriten am Tag

Während unserer Tage an Bord zieht es uns immer wieder ins Azure Bar & Café.

Von morgens bis spät abends ist es ideal für ein spontanes Mittagessen oder eine Kleinigkeit zwischendurch. Pasta, Pizza, Bowls, leichte Gerichte, Desserts und feine Patisserie sorgen dafür, dass eigentlich immer etwas Passendes zu finden ist.

Der Yacht Club entwickelt sich dagegen zu unserem Lieblingsplatz für Frühstück und Mittagessen.

Bei schönstem Sommerwetter sitzen wir morgens draußen am Heck, schauen auf das Kielwasser und beginnen den Tag ganz entspannt. Mittags bedienen wir uns gerne am Buffet.

Gerade diese unkomplizierten Restaurants sind für mich eine wichtige Ergänzung zu den aufwendigen Fine-Dining-Konzepten am Abend. Schließlich möchte man auch auf einer Luxusyacht nicht jede Mahlzeit zelebrieren müssen.

Koko’s Asian Fusion – eines unserer kulinarischen Highlights

Ein ganz besonderes Erlebnis ist für uns das Koko’s Asian Fusion.

Traditionelle asiatische Zutaten treffen hier auf moderne Zubereitungstechniken und viele Gerichte sind zum gemeinsamen Teilen gedacht.

Zum Restaurant gehört außerdem eine separate Sushi & Sake Bar. Dort bereiten die Köche das Sushi direkt vor den Augen der Gäste zu. Bis zu 18 Personen finden hier Platz.

Am selben Abend erreichen wir Kopenhagen.

Einige Gäste entscheiden sich für einen inkludierten Blick hinter die Kulissen des Royal Theatre. Wir möchten die Stadt dagegen auf eigene Faust genießen und spazieren von Langelinie bis nach Nyhavn. Natürlich gehört für uns auch ein Eis zu diesem wunderbar lauen Sommerabend.

Zurück an Bord erleben wir Martyn aus Wales. Zunächst spielt er wunderschöne Songs am Klavier, später sorgt er bei einem schwungvollen Swing-Abend für Unterhaltung.

Auch mit ihm kommen wir anschließend ins Gespräch – eine weitere dieser persönlichen Begegnungen, die unsere Tage an Bord prägen.

Noch ein Tag in Kopenhagen

Am nächsten Tag bleibt die Scenic Eclipse II in Kopenhagen und wir erkunden die Stadt erneut individuell. Da wir Kopenhagen sehr gut kennen, genießen wir es, ohne Programm durch eine unserer absoluten Lieblingsstädte Europas zu laufen.

Alternativ stehen den Gästen mehrere inkludierte Ausflüge zur Auswahl:

Heritage & Hops – Home of Carlsberg, Copenhagen – Walk & Cruise, Enchanting Tivoli und eine Smørrebrød Class.

Nach rund 15.000 Schritten kehren wir an Bord zurück und verabschieden uns vorerst von Kopenhagen.

Für den Abend haben wir allerdings noch einen ganz besonderen Termin.

Night Market @ Koko’s – acht Plätze und viele Aromen

Wir haben im Night Market @ Koko’s reserviert.

Das intime Restaurantkonzept bietet gerade einmal acht Gästen Platz und orientiert sich an den Aromen asiatischer Nachtmärkte.

Unser Menü entwickelt sich zu einer kleinen kulinarischen Entdeckungsreise. Nacheinander werden Vietnam Rolls, Dim Sum Surf and Turf, Khmer Coconut Soup, Korean Taco, Laos Flower, Banh Chiao Crepe und Bali Dragon Tail serviert.

Den verspielten Abschluss bildet „Magical Rainbow and Clouds“.

Für uns zählt dieser Abend zu den kulinarischen Höhepunkten unserer Reise.

Zwei Hubschrauber und ein Tauchboot

Natürlich besteht die Scenic Eclipse II nicht nur aus Restaurants und Spa. Besonders außergewöhnlich ist die technische Ausstattung für Entdeckungsreisen.

An Bord befinden sich zwei Airbus H130-T2-Hubschrauber. Auf geeigneten Reisen ermöglichen sie kostenpflichtige Flightseeing-Erlebnisse und teilweise sogar Landungen an besonders abgelegenen Orten.

Große Fenster, Klimatisierung und Bose-Kopfhörer sollen während des Fluges für ein komfortables Erlebnis sorgen.

Noch außergewöhnlicher ist die Perspektive unterhalb der Wasseroberfläche. Die Scenic Neptune II kann bis zu acht Gäste gemeinsam mit dem Piloten auf Tauchfahrten bis in rund 100 Meter Tiefe mitnehmen.

Große transparente Acrylkuppeln ermöglichen dabei einen nahezu ungehinderten Blick in die Unterwasserwelt.

Sowohl Hubschrauber- als auch Tauchbooterlebnisse werden zusätzlich berechnet und sind von Region, Wetterbedingungen, Eis, Genehmigungen und Verfügbarkeit abhängig.

Binz, Podcast und ein ruhiger Nachmittag

Am nächsten Morgen erreichen wir Binz auf Rügen.

Als inkludierte Ausflüge werden Binz Walking Tour, Jasmund National Park & Skywalk, Stralsund UNESCO Heritage City sowie Rügen & Racing Roland Steam Train angeboten.

Wir entscheiden uns für einen Spaziergang durch Binz.

Zurück an Bord treffe ich erneut Tom Goetter – diesmal allerdings nicht für einen Blick in die Galley, sondern für ein ausführliches Podcastinterview für Eisexpeditionen.de.

Seine Geschichte hat mich während unserer gemeinsamen Zeit neugierig gemacht: Warum wurde er Koch statt Clown? Weshalb wollte er eigentlich nie wieder auf einem Schiff arbeiten? Und wie führte sein Weg schließlich doch zur Scenic-Flotte?

Die Antworten gibt es ausführlich im Podcast.

Danach genieße ich noch etwas Ruhe im Yogaraum und probiere eine HigherDOSE Infrared PEMF Mat aus. Sie kombiniert pulsierende elektromagnetische Felder mit Ferninfrarotwärme und ist vom Hersteller als Wellnessanwendung für Entspannung und Regeneration konzipiert.

Französisches Finale im Lumière

Unseren letzten gemeinsamen Abend verbringen wir mit einer kleinen Gruppe im Lumière.

Das elegante Restaurant steht für moderne französische Fine-Dining-Küche und verfügt zusätzlich über eine eigene Champagne Bar.

Nach den vielen asiatischen Aromen der vergangenen Tage ist dieses französische Finale ein schöner Kontrast: elegant, ruhig und kulinarisch sehr fein.

Neben der hervorragenden Küche bleibt uns besonders Sommelier Sascha in Erinnerung. Mit viel Fachkenntnis, einem ausgezeichneten Gespür für unsere persönlichen Vorlieben und einer ausgesprochen herzlichen Art begleitet er uns durch den Abend.

Zu den einzelnen Gängen findet er passende Weine, ohne dass die Beratung jemals steif oder belehrend wirkt. Stattdessen vermittelt er seine Begeisterung für Wein und Kulinarik auf eine sehr persönliche Weise.

Genau solche Menschen machen für mich häufig den entscheidenden Unterschied.

Damit wird das Lumière nicht nur kulinarisch, sondern auch menschlich zu einem wunderbaren Abschluss unserer Reise. Am nächsten Morgen erreichen wir Danzig – und müssen uns fürs Erste von der Scenic Eclipse II verabschieden.

Mein Fazit: Was bedeutet eigentlich Discovery Yacht?

Nach einigen Tagen an Bord stellt sich für mich vor allem eine Frage: Was unterscheidet eine „Discovery Yacht“ von einem klassischen Expeditionskreuzfahrtschiff?

Zunächst einmal ist Discovery Yacht die von Scenic selbst gewählte Bezeichnung für das Konzept und keine allgemeine nautische Schiffsklasse.

Bei klassischen Expeditionsschiffen stehen häufig Destination, Zodiacfahrten, Anlandungen, Naturbeobachtungen, Vorträge und möglichst viel Zeit draußen sehr konsequent im Vordergrund. Komfort und Gastronomie können ebenfalls hervorragend sein, ordnen sich dem Expeditionsgedanken jedoch meist stärker unter.

Die Scenic Eclipse II verfolgt einen anderen Ansatz. Sie verbindet die Möglichkeiten eines Expeditionsschiffes bewusst mit dem Lebensgefühl einer kleinen Luxusyacht.

Großzügige Suiten mit Butlerservice, eine für maximal 228 Gäste bemerkenswerte Restaurantvielfalt, ein umfangreiches Wellnessangebot und ein Gäste-Crew-Verhältnis von nahezu 1:1 treffen auf Polar Class 6 und – auf entsprechenden Expeditionsreisen – Zodiacs, Kajaks sowie ein spezialisiertes Discovery Team. In der Antarktis ermöglicht die begrenzte Gästezahl darüber hinaus mehrere Anlandungen während eines Expeditionstages.

Für mich liegt genau darin der besondere Reiz dieses Schiffes.

Wer gerne intensiv entdeckt, möchte deshalb nicht zwangsläufig auf hervorragende Gastronomie, einen schönen Spa oder eine großzügige Suite verzichten. Umgekehrt muss eine luxuriöse Reise nicht bedeuten, eine Destination lediglich vom Sonnendeck aus zu betrachten.

Die Scenic Eclipse II versucht, beide Welten miteinander zu verbinden.

Nach unseren Tagen zwischen Hamburg, Kopenhagen, Binz und Danzig bleibt bei mir deshalb vor allem eine Erkenntnis zurück: Echter Luxus entsteht nicht allein durch große Suiten, Champagner, aufwendige Restaurants oder außergewöhnliche technische Ausstattung.

Er entsteht vor allem durch Menschen, persönlichen Service und die vielen kleinen Details, die man erst wahrnimmt, wenn man nicht nur für einige Stunden an Bord schaut, sondern selbst einige Tage auf diesem besonderen Schiff lebt.

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