Mit der HANSEATIC spirit durch die Südsee Meine Südsee-Expedition mit Hapag-Lloyd Cruises - Teil 2

Von den Cookinseln nach Fidschi

Manche Reisen verändern unseren Blick auf die Welt. Im zweiten Teil meiner Expedition mit der HANSEATIC spirit durch die Südsee im April 2024 durfte ich Orte entdecken, die zu den entlegensten der Erde gehören. Von der traumhaften Lagune Aitutakis über die geheimnisvolle Swallows Cave bis zu den authentischen Dörfern Fidschis - jeder Tag brachte neue, bewegende Begegnungen mit Menschen und Natur. Gemeinsam mit meinem Mann erlebte ich Momente, die uns für immer im Herzen bleiben werden.

Aitutaki – Die Perle der Cookinseln

Aitutaki gehört zu den Cookinseln und zählt mit seiner smaragdgrünen Lagune zu den schönsten Reisezielen der Südsee. Die Insel liegt etwa 230 Kilometer nördlich von Rarotonga und umfasst eine Fläche von 18 km². Sie besteht aus einer Hauptinsel vulkanischen Ursprungs sowie 15 kleineren Motus, die das atemberaubende Lagunenriff umgeben. Die höchsten Erhebungen Aitutakis erreichen bis zu 120 Meter, was der Insel ein sanft hügeliges Landschaftsbild verleiht. Trotz ihrer geringen Größe leben hier rund 2.400 Einwohner, hauptsächlich in der kleinen Ortschaft Arutanga.

Berühmt wurde Aitutaki durch ihre kristallklare Lagune, die bereits als Filmkulisse diente und als eine der spektakulärsten der Südsee gilt. Das flache, türkisblaue Wasser ist ideal zum Schwimmen, Schnorcheln und Kajakfahren, während die weißen Sandstrände der Motus zum Entspannen einladen. Die Insel ist zudem eng mit der polynesischen Geschichte verbunden – der berühmte Entdecker Captain Bligh sichtete Aitutaki wenige Tage vor der Meuterei auf der Bounty im Jahr 1789. Heute bietet die Insel eine harmonische Mischung aus traditioneller polynesischer Kultur, herzlicher Gastfreundschaft und unberührter Natur.

Ein Tag im Paradies – Schnorcheln, Baden und BBQ in der Blauen Lagune

Unser Ausflug verspricht paradisisch zu werden. Schon die Bootsfahrt durch die Lagune von Aitutaki ist ein Erlebnis für sich – das Wasser leuchtet in schier unwirklichen Blautönen, während der Fahrtwind die tropische Wärme angenehm vertreibt. Auf dem Weg nach One Foot Island, einer der schönsten und bekanntesten Motus der Region, legen wir unseren ersten Schnorchelstopp ein. Direkt vom Boot aus gleiten wir ins glasklare Wasser und tauchen ein in eine faszinierende Unterwasserwelt. Bunte Rifffische huschen zwischen den Korallen, ein paar riesige Muscheln ruhen am sandigen Boden. Das Riff ist hier besonders lebendig, und die Sicht könnte nicht besser sein.

Nach dieser erfrischenden Pause erreichen wir One Foot Island, eine kleine Trauminsel mit weißem Pudersand, knorrigen Pandanusbäumen und Kokospalmen, die sich sanft im Wind wiegen. Es fühlt sich an wie eine Filmkulisse – nur, dass dieses Paradies real ist. Während einige Gäste direkt ins türkisfarbene Wasser springen, unternehme ich einen Spaziergang am Strand, lausche dem Rauschen der Wellen und bestaune die unberührte Natur.

Zum Mittag erwartet uns ein typisch polynesisches BBQ – frischer Fisch, gegrillt über offener Flamme, dazu exotische Früchte und Kokosnusswasser direkt aus der Nuss. Es gibt kaum einen besseren Ort, um eine Mahlzeit zu genießen.

Bevor wir nachmittags zurück zum Schiff fahren, nutze ich noch einmal die Gelegenheit für ein Bad in der warmen Lagune. Ich lasse mich treiben, den Blick auf das endlose Blau gerichtet – ein Moment purer Glückseligkeit, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Palmerston Island – Die entlegenste Gemeinschaft der Cookinseln

Palmerston Island ist eines der isoliertesten Atolle der Cookinseln und gleichzeitig eines der faszinierendsten. Es liegt etwa 500 km nordwestlich von Rarotonga und besteht aus sechs kleinen Motus, die eine türkisfarbene Lagune umgeben. Die Insel wurde im 19. Jahrhundert von William Marsters, einem englischen Seefahrer, besiedelt, der hier mit seinen drei polynesischen Frauen eine Familie gründete. Noch heute tragen fast alle der rund 60 Bewohner den Nachnamen Marsters und sind Nachfahren des einstigen Patriarchen.

Palmerston ist nur per Boot erreichbar, und der Besuch ist eine seltene Gelegenheit, eine abgeschiedene Gemeinschaft kennenzulernen, die nach eigenen Regeln lebt. Es gibt keine Hotels, keine Geschäfte und nur eine rudimentäre Infrastruktur. Die Inselbewohner leben von Fischfang, Kokosnüssen und gelegentlichen Handelsschiffen. Ihr Alltag ist geprägt von Selbstversorgung und einem starken Gemeinschaftsgefühl.

Trotz der Abgeschiedenheit ist Palmerston bekannt für seine herzliche Gastfreundschaft. Besucher werden oft von den Familien persönlich empfangen, und es kommt nicht selten vor, dass sie zum Essen eingeladen oder über die Insel geführt werden. Die Natur beeindruckt mit weißen Sandstränden, dichten Kokospalmen und einem intakten Korallenriff, das eine spektakuläre Unterwasserwelt bietet. Da es keine Landebahn gibt und Schiffe die Insel nur selten ansteuern, gehört Palmerston zu den am schwersten erreichbaren und damit exklusivsten Reisezielen der Welt.

Ein Tag auf Palmerston Island – Willkommen in der Familie Marsters

Schon beim Anlegen unseres Bootes spüren wir die herzliche Atmosphäre dieser kleinen Inselgemeinschaft. Die 34 Einwohner von Palmerston Island haben sich versammelt, um uns mit traditionellen Blumentänzen willkommen zu heißen. Die Kinder tanzen barfuß im Sand, während die Erwachsenen singen – ein Empfang, wie er nur in der Südsee möglich ist.

Unser junger Guide für den Tag ist der 12-jährige James, der uns voller Stolz über seine Heimat führt. Aufgeregt erzählt er, dass seine Tante das Krankenhaus leitet, sein Vater der Chef des kleinen Energiewerks ist – „denn Strom sei schließlich besonders wichtig!“ – und seine Mutter als rechte Hand des Bürgermeisters arbeitet. Sein Onkel ist der Chef von Vodafone, erzählt er verschmitzt, was zunächst nach einer kuriosen Anekdote klingt.

Während unseres Rundgangs besuchen wir das Gemeindehaus, die Kirche und die Schule, die für nur eine Handvoll Schüler Unterricht bietet. James schwärmt von seinem Lieblingsfach Mathematik, doch gleich danach kommt für ihn Fußball – und als Dennis den Ball sieht, dauert es nicht lange, bis die beiden gemeinsam über den sandigen Bolzplatz flitzen.

Am Ende unseres Spaziergangs erreichen wir eine kleine Strohhütte, an dessen Tür ein Emaille-Schild mit der Aufschrift „Vodafone“ hängt. Erst jetzt wird uns klar, was James meinte: Im Inneren befinden sich ein Stromgenerator, ein Funkgerät, ein kleiner Server und ein PC – das gesamte Telekommunikationszentrum der Insel! Willkommen bei Vodafone Palmerston Island – einem der wohl kleinsten und charmantesten „Firmensitze“ der Welt.

Der Abschied fällt uns schwer, denn die Herzlichkeit der Bewohner hat uns tief berührt. Palmerston ist mehr als nur eine abgelegene Insel – es ist eine kleine Welt für sich, in der jeder jeden kennt und Gastfreundschaft noch aus tiefstem Herzen gelebt wird.

Mala Island und die geheimnisvolle Swallows Cave

Mala Island ist eine kleine, tropische Perle im Vavaʻu-Archipel von Tonga. Die Insel beeindruckt mit ihren weißen Sandstränden, üppigen Kokospalmen und einer farbenfrohen Unterwasserwelt. Obwohl wir nicht auf der Insel selbst anlegen, erleben wir die Schönheit dieser Region hautnah – mit den bordeigenen Zodiacs, die eine der Geheimwaffen der Expeditionsflotte sind. Diese wendigen Boote ermöglichen es uns, durch die spektakuläre Insellandschaft zu gleiten, enge Passagen zu durchqueren und abgelegene Orte zu erreichen. Unser Fahrer an diesem Tag ist niemand Geringeres als Kapitän Class Fischer persönlich, der uns mit viel Erfahrung und Begeisterung durch dieses atemberaubende Revier steuert.

Während wir über das türkisfarbene Wasser gleiten, springen immer wieder fliegende Fische aus den Wellen – ein faszinierendes Schauspiel, das meist darauf hinweist, dass größere Raubfische in der Nähe sind. Über den steilen Klippen flattern Flughunde, und in der Ferne entdecken wir einen besonders schönen, eisblauen Vogel. Fasziniert beobachte ich ihn eine ganze Weile und entscheide mich schließlich, mein großes Objektiv aus dem wasserdichten Waterbag zu holen. Vorsichtig öffne ich die Tasche, achte darauf, dass kein Spritzwasser eindringt, und montiere das Teleobjektiv. Ein paar Sekunden später fange ich das Tier perfekt ein – ein prachtvoller Eisvogel in leuchtenden Blautönen, der auf einem Felsen ruht. Zufrieden verstaue ich die Kamera wieder sicher im Waterbag – diesen Moment werde ich an Bord noch genauer analysieren.

Unser Ziel ist die legendäre Swallows Cave, eine der beeindruckendsten Meereshöhlen Tongas, die sich an der Nordspitze von Kapa Island befindet. Schon von außen wirkt der Eingang der Höhle imposant, aber erst im Inneren entfaltet sich ihre wahre Magie: Durch die weit geöffnete Höhlenöffnung dringt das Sonnenlicht und taucht das kristallklare Wasser in ein leuchtendes Blau- und Türkisfarbenspiel. Die hohen Wände reflektieren das Licht auf eine fast surreale Weise, während sich unter Wasser ein Labyrinth aus Kalksteinformationen erstreckt.

An der Höhlendecke entdecken wir zahlreiche Schwalbennester, die kunstvoll aus Speichel und kleinen Pflanzenteilen gefertigt wurden. Diese Nester gehören zu einer seltenen Salanganen-Art, deren Speichel nach dem Trocknen wie ein natürlicher Klebstoff wirkt und den Nestern ihre außergewöhnliche Stabilität verleiht. In vielen asiatischen Ländern sind diese Nester eine Delikatesse, doch hier in der Swallows Cave bleiben sie unberührt – ein Zeugnis der unberührten Natur und des empfindlichen Ökosystems dieser einzigartigen Höhle.

Wir fahren mit den Zodiacs tief in die Höhle hinein und lassen uns von der Stille und den schimmernden Reflexionen verzaubern. Unzählige bunte Rifffische tummeln sich im Wasser, und wer genau hinsieht, entdeckt an den Wänden alte Petroglyphen – Zeichen dafür, dass diese Höhle einst von den Einheimischen für Zeremonien genutzt wurde. Die Kombination aus Licht, Wasser und Fels erschafft hier eine beinahe mystische Atmosphäre, die diesen Ort zu einem der spektakulärsten Naturwunder Tongas macht.

Langsam verlassen wir die Höhle wieder, aber der Anblick dieser atemberaubenden Kulisse bleibt unvergesslich. Die Swallows Cave ist ein weiteres Beispiel für die faszinierende Schönheit der Südsee – und dafür, wie sehr das Meer, das Licht und die Natur hier eine einzigartige Harmonie erschaffen.

Ein majestätischer Jäger der Südsee – Der Halsbandliest

Zurück an Bord kann ich es kaum erwarten, meine Aufnahmen zu sichten. Mit meinem Teleobjektiv habe ich den Vogel gestochen scharf eingefangen – sein leuchtend blau-grünes Gefieder, der weiße Bauch und das markante schwarze Band über den Augen sind unverkennbar. Nach einigem Vergleichen mit den Online-Datenbanken steht fest: Es ist ein Halsbandliest (Todiramphus chloris), eine in der Südsee weit verbreitete Eisvogelart.

Der Halsbandliest, auch Collared Kingfisher genannt, gehört zur Familie der Eisvögel und ist bekannt für seine leuchtenden Farben und seine flinke Jagdtechnik. Mit seinem kräftigen Schnabel fängt er kleine Fische, Krebse und Insekten, die er blitzschnell aus dem Wasser oder von Ästen schnappt. Diese Vogelart ist äußerst anpassungsfähig und kommt nicht nur in Mangrovenwäldern, sondern auch in Küstengebieten, auf kleinen Inseln und in offenen Landschaften vor. Besonders beeindruckend ist sein durchdringender Ruf, den man oft schon hört, bevor man ihn entdeckt.

Für mich war es ein unglaubliches Erlebnis, diesen faszinierenden Vogel in seiner natürlichen Umgebung zu fotografieren und später an Bord genau bestimmen zu können. Es zeigt einmal mehr, wie einzigartig und artenreich die Südsee ist – und wie wichtig es ist, diese Naturschätze zu bewahren.

Tonga – Das letzte polynesische Königreich

Wir erreichen Tonga. Tonga, auch bekannt als das "freundliche Inselreich", ist das einzige souveräne Königreich in Polynesien und unterscheidet sich kulturell deutlich von den anderen pazifischen Inseln. Während viele polynesische Gebiete heute Überseegebiete oder autonome Regionen anderer Staaten sind, hat sich Tonga seine unabhängige Monarchie und tief verwurzelten Traditionen bewahrt. Die Gesellschaft ist stark hierarchisch geprägt, mit einer klaren Rangordnung zwischen Adel, Häuptlingen und der restlichen Bevölkerung.

Ein markanter Unterschied zu anderen Inseln Polynesiens ist die besondere Bedeutung der Königsfamilie und der traditionellen Kriegerkultur. Die Tänze sind kraftvoller, die Rituale imposanter und die Zeremonien oft formeller. Auch die Architektur der Versammlungshäuser, die kunstvollen Barkleidungsstoffe (Tapa) und die tiefe Verbundenheit mit der Tongaischen Kirche prägen den Alltag. Während Französisch-Polynesien und die Cookinseln eher französisch oder neuseeländisch beeinflusst sind, bleibt Tonga authentisch polynesisch, mit einer stolzen Geschichte als Seefahrernation und einem starken Gemeinschaftsgefühl, das das Leben auf den Inseln bestimmt.

Neiafu – Das Tor zur Vava‘u-Inselgruppe

Neiafu, die größte Stadt der Vava‘u-Inselgruppe im Königreich Tonga, begrüßt uns mit traditionellen Tänzen und Blumenkränzen. Die Darbietungen wirken kraftvoller und kriegerischer als auf den zuvor besuchten Inseln, was die besondere kulturelle Prägung dieser Region unterstreicht. Nachdem die feierliche Begrüßung vorbei ist, brechen wir zu viert zu einem individuellen Ausflug auf – unser Ziel ist die Aussichtsplattform auf dem Mount Talau.

Unsere Wanderung führt uns durch das belebte Städtchen, vorbei an alten Kolonialgebäuden und kleinen Geschäften. Ein ständiger Begleiter ist, wie schon auf vielen Inseln zuvor, ein Hahn, der lautstark seine Anwesenheit verkündet – ein wahres Markenzeichen der pazifischen Inseln. Der Weg zur Plattform führt uns auch am Friedhof vorbei, dessen Grabsteine eine faszinierende Mischung aus tonganischen, englischen und sogar habsburgisch klingenden Namen aufweisen. Tonga war nie kolonialisiert, doch der Einfluss europäischer Missionare und Seefahrer spiegelt sich hier deutlich wider.

Plötzlich rast eine Sau mit ihren Ferkeln im Affenzahn über die Straße und schneidet uns kurzzeitig den Weg ab – ein typisches Bild für das ländliche Tonga. Nach einem schweißtreibenden Anstieg erreichen wir schließlich die Aussichtsplattform, stolz auf unsere kleine Wanderleistung. Die Mühe lohnt sich, denn vor uns breitet sich ein atemberaubendes Panorama aus: Die tiefblaue Bucht mit ihren kleinen Inseln, die grünen Hügel von Vava‘u und das weite Meer am Horizont. Der Blick von hier oben gehört zu den schönsten der gesamten Reise.

Zurück in Neiafu schlendern wir über den lokalen Markt, der sich in einer großen Halle befindet. Händler bieten tropische Früchte, Gewürze und lokales Kunsthandwerk an – perfekt, um ein kleines Souvenir mitzunehmen. Nach diesem erlebnisreichen Tag kehren wir zufrieden und voller neuer Eindrücke an Bord zurück, bereit für das nächste Abenteuer.

Rabi Island – Ein Hauch Mikronesien in Fidschi

Schon bei unserer Ankunft auf Rabi Island wird uns bewusst, dass diese Insel etwas Besonderes ist. Eine Gruppe Schulkinder begrüßt uns mit traditionellen Tänzen und Liedern – ihre Freude und ihr Enthusiasmus sind ansteckend. Anders als die anderen Inseln Fidschis hat Rabi eine einzigartige Geschichte, denn die Bevölkerung stammt ursprünglich aus Banaba (Ocean Island) in Kiribati. Nach der Zerstörung ihrer Heimat durch den Phosphatabbau und die Kriegswirren des Zweiten Weltkriegs siedelten die Briten sie hierher um, weshalb die Kultur der Banabans bis heute auf Rabi lebendig geblieben ist.

Nach der Begrüßung führt uns eine Inselbewohnerin durch ihr Dorf. Wir erfahren viel über die besondere Geschichte der Banaban-Gemeinschaft, ihre Traditionen und den Kampf um ihre Identität. Die Architektur, die handgewebten Matten und der melodische Klang ihrer Sprache lassen uns tief in eine mikronesische Welt eintauchen – mitten in Fidschi.

Nach dem Rundgang genießen wir einen ausgiebigen Schnorchelgang an einem der unberührten Strände. Das Wasser ist kristallklar, und die Unterwasserwelt mit ihren bunten Korallen und tropischen Fischen begeistert uns. Die Zeit vergeht wie im Flug, und bevor wir uns versehen, steht bereits die Abschiedszeremonie an. Die Kinder, die uns zu Beginn begrüßt haben, führen erneut Tänze auf – dieses Mal mit noch mehr Energie und Freude.

Als wir schließlich zurück aufs Schiff gehen, nehmen wir nicht nur Erinnerungen an die traumhaften Strände mit, sondern auch an eine Inselgemeinschaft, die trotz aller Herausforderungen stolz ihre Kultur bewahrt.

Savusavu – Das versteckte Juwel von Vanua Levu

Unser nächster Halt führt uns nach Savusavu, eine malerische Hafenstadt auf Vanua Levu, der zweitgrößten Insel Fidschis. Gelegen an einer geschützten Bucht, ist Savusavu bekannt als „Geheimtipp für Segler“ und besticht mit seiner entspannten Atmosphäre, üppiger Vegetation und einer spektakulären Küstenlinie. Die Region ist vulkanischen Ursprungs, was sich besonders an den heißen Quellen zeigt, die in der Nähe des Hafens aus dem Boden sprudeln – so heiß, dass die Einheimischen sie zum Kochen nutzen.

Vanua Levu selbst ist weniger touristisch erschlossen als die Hauptinsel Viti Levu, bietet jedoch eine beeindruckende Natur mit dichten Regenwäldern, beeindruckenden Wasserfällen und einer einzigartigen Unterwasserwelt. Die Insel ist auch für ihre Perlenzucht bekannt – die J. Hunter Pearlfarm in Savusavu produziert einige der schönsten und begehrtesten schwarzen Perlen der Südsee.

Die Stadt lädt mit ihrem kleinen Markt, gemütlichen Cafés und der charmanten Copra Shed Marina zum Erkunden ein. Wer sich nach Natur sehnt, kann die tropischen Flora Tropical Botanical Gardens oder den malerischen Vuadomo-Wasserfall besuchen. Alternativ lockt der Lesiaceva Point mit einem ruhigen Strandabschnitt und glasklarem Wasser – ideal für eine entspannte Badepause. Savusavu verbindet authentisches Inselleben mit unberührter Natur und lässt uns eine weniger bekannte, aber ebenso faszinierende Seite Fidschis entdecken.

Tradition und Gemeinschaft in Nukubalavu – Meine Kava-Zeremonie

Während mein Mann tauchen geht, nehme ich an einem besonderen Ausflug in das traditionelle Dorf Nukubalavu teil, der Heimat des Oberhäuptlings von Savusavu. Nach einer Fahrt entlang der malerischen Küstenstraße erreichen wir das Dorf, wo uns die ältesten Mitglieder der Gemeinschaft herzlich willkommen heißen. Das Highlight des Besuchs ist die Teilnahme an einer Kava-Zeremonie, einem tief verwurzelten Ritual der Fidschianer. Kava wird aus der Wurzel der Pflanze Piper methysticum gewonnen und zu einem erdigen Getränk verarbeitet, das eine beruhigende Wirkung hat. Traditionell ist die Teilnahme an der eigentlichen Zeremonie Männern vorbehalten, doch heute habe ich Glück – zusammen mit drei anderen Herren werde ich eingeladen, mich direkt mit dem Priester auf den Boden zu setzen.

Ein wenig mulmig ist mir schon, als die Kava-Zeremonie beginnt. Der Priester, der mit ruhiger Stimme in einer für mich unverständlichen Sprache spricht, presst den Saft aus den Kava-Wurzeln und bereitet das Getränk in einer Holzschale zu. Für einen kurzen Moment fühle ich mich wie in einem Asterix-und-Obelix-Abenteuer, als ob Miraculix gerade einen Zaubertrank braut – nur, dass ich nicht sicher bin, ob ich anschließend Superkräfte haben werde. Bevor wir trinken, müssen wir bestimmte rituelle Gesten ausführen – eine Form des Klopfens mit der Hand – und erst dann wird mir die kleine Kokosnussschale gereicht. Ein Schluck – und sofort merke ich eine betäubende Wirkung: Meine Lippen und meine Zunge werden taub. Der Geschmack erinnert an flüssige Erde, was mich nicht verwundert, da Kava eine Wurzel ist. Die Männer um mich herum trinken die Schale mit sichtlicher Gelassenheit – sie sind diese Wirkung wohl gewohnt. Nach wenigen Minuten kehrt langsam das Gefühl in meine Lippen zurück, und ich bin erleichtert. Ich bedanke mich bei den Dorfbewohnern für die Möglichkeit, an diesem einzigartigen Ritual teilzunehmen.

Kava – Die traditionsreiche Pflanze des Pazifiks

Die Kava-Pflanze (Piper methysticum) ist ein Pfeffergewächs, das in der Südsee seit Jahrhunderten kultiviert wird. Die zermahlenen oder gekauten Wurzeln enthalten Kavalactone, die eine leicht beruhigende, muskelentspannende Wirkung haben – ähnlich wie ein pflanzliches Beruhigungsmittel. In den fidschianischen Dörfern wird Kava nicht nur in feierlichen Zeremonien getrunken, sondern auch als soziales Getränk genutzt, um Versammlungen zu begleiten oder Gäste willkommen zu heißen. Das Ritual rund um die Zubereitung und das Trinken von Kava ist von tiefem Respekt und Gemeinschaftssinn geprägt.

Nach der Zeremonie führt uns der Dorfälteste durch das Dorf. Die Bewohner zeigen uns ihre traditionelle Handwerkskunst, und wir erfahren mehr über ihre Lebensweise. Besonders beeindruckt mich die Herzlichkeit der Menschen – ihr Lächeln, ihre Offenheit und ihr Stolz auf ihre Kultur machen diesen Besuch zu einer unvergesslichen Erfahrung.

Wie es auf unserer Südsee-Expedition mit Hapag-Lloyd Cruises weiterging lesen Sie in Teil 3 des Reiseberichts. Hier geht es zu Teil 1.

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